CDU-Steuerberater erstellte dubiose Spendenliste
Der langjährige CDU-Steuerberater Dieter Kapp war nach einem Bericht des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL persönlich an Finanzmanipulationen der hessischen Christdemokraten beteiligt. Nach einer Parteiveranstaltung 1995 im "Hessenpark", einem Freilichtmuseum nördlich von Frankfurt, wies er eine Spendensumme von 105.959 Mark aus.
Im Auftrag der CDU erstellte Kapp, jahrelang Mitinhaber der für die Union tätigen Kanzlei Weyrauch & Kapp, eine fiktive Liste, nach der sich der Betrag aus Klein- und Kleinstspenden in bar zusammensetzte - darunter 129 Scheine zu 100 Mark als angeblich größte Einzelbeträge. Tatsächlich wurden ihm auch Tausend-Mark-Scheine zur Verbuchung übergeben, die offensichtlich nicht von gutgläubigen Spendern stammten. Das Geld sollte vermutlich aus Schwarzen Kassen in den CDU-Finanzkreislauf eingespeist werden.
Kapp will "nicht ausschließen", dass es sich um Schwarzgeld handelte: "Wenn man im Leben etwas verkehrt macht, soll man das auch sagen", räumt er jetzt ein. Am Mittwoch dieser Woche muss Kapp vor dem CDU-Untersuchungsausschuss in Wiesbaden aussagen. (DER SPIEGEL 17/2001, Panorama Deutschland)