Sanierungsprogramm der Deutschen Bahn gerät in Schwierigkeiten
Der Chef der Deutschen Bahn AG, Hartmut Mehdorn, kommt mit seinem Sanierungsprogramm "Fokus" in Schwierigkeiten. 75 Prozent der für dieses Jahr geplanten Einsparungen über insgesamt 1,1 Milliarden Mark sind nach einem Bericht des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL noch nicht mit konkreten Maßnahmen hinterlegt. Von 25 zentralen Sanierungsprojekten haben zehn den so genannten Ampelstatus "gelb" oder "rot" und erfordern damit akuten Handlungsbedarf - so ein bahninterner Zwischenbericht über das Programm, der dem SPIEGEL vorliegt. "Potentialerfüllung für 2001 ist stark gefährdet", heißt es in den Report. Für Einzelprojekte wie die so genannte Angebotsoffensive Regio gilt: "Grundsätzliche Vorgehensweise nicht geklärt."
Mehdorns Vorgaben würden in manchen Konzernteilen nicht befolgt, schreibt DER SPIEGEL. In dem Programm"Effizienzsteigerung Informationstechnologie" zum Beispiel ermittelten seine Sanierungsbeauftragten "erhebliche Defizite in den von den Projekten zur Verfügung gestellten Basisdaten"; über 80 Prozent der erforderlichen Informationen seien "nicht oder nur mangelhaft" vorhanden, und bei 93 Prozent der Projekte fehle "eine Wirtschaftlichkeitsrechnung völlig".
Den Problemen will Mehdorn laut SPIEGEL unter anderem mit einem neuen Kommunikationsplan begegnen. Danach soll im Konzern "eine offene Streitkultur" mit "Interaktion" auf Veranstaltungen etabliert werden. Jeder Mitarbeiter solle erfahren:"Was habe ich davon, wenn ich mich ändere?" Bisher allerdings wurde Mehdorns "neues Führungs- und Managementverständnis", so die Studie, "nur beschworen". (DER SPIEGEL 17/2001, Seite 104)