Riesige Urwald-Schutzzone in Kanada vereinbart - DER SPIEGEL
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Riesige Urwald-Schutzzone in Kanada vereinbart

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Beifall von ihren schärfsten Kritikern erhält nach einem Bericht des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL die kanadische Forstindustrie. "Ein großer Tag für den kanadischen Regenwald", urteilt die internationale Umweltorganisation Greenpeace über ein jetzt unterzeichnetes Nutzungsabkommen für die Wälder in Britisch-Kolumbien. Dort soll nach jahrelangen Verhandlungen zwischen Industrie, Ureinwohnern und Umweltgruppen für 68 Täler ein vorübergehender Einschlag-Stopp wirksam werden, 20 weitere unberührte Täler des "Great Bear"-Regenwaldes werden vollständig geschützt. Rund 14 Millionen Mark zahlt die Provinzregierung als Ausgleich für bereits vergebene Einschlag-Lizenzen. Insgesamt entsteht damit auf einer Fläche von der Größe des Bundeslandes Hessen eine der weltweit größten Urwald-Schutzzonen.

Europäische Papierhersteller sowie Verlage waren wegen der Verwendung des qualitativ hochwertigen Zellstoffs aus dem "Kahlschlag in den nördlichen Regenwäldern" (Greenpeace) massiv kritisiert worden und drohten darum ihrerseits den Forstkonzernen mit einem Abnahmeboykott. Den von Kanadas Berliner Botschaft als "historisch" gefeierten Konsens, der diese Woche in der Bundeshauptstadt vorgestellt wird, lobt auch der ehemalige Greenpeace-Chef und 1993 in Kanada kurzzeitig verhaftete Wald-Demonstrant Thilo Bode als "wegweisende Vereinbarung für ökologische Konflikte". (DER SPIEGEL 17/2001, Panorama Deutschland)