Die Deutschen und Hitler - DER SPIEGEL
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Die Deutschen und Hitler

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Sechs von zehn Deutschen fühlen sich beim Gedanken an die NS-Zeit weder schuldig noch verantwortlich. 42 Prozent der Deutschen verurteilen rigoros "die Taten, die Deutsche während des Zweiten Weltkriegs begangen haben. Dafür kann es keine Entschuldigung geben. Mehr als die Hälfte der Deutschen jedoch (53 Prozent) meinen: "Man muss auch vergeben können. Man weiß ja nicht, wie man selbst in dieser Situation gehandelt hätte." Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Bielefelder Emnid-Instituts (rund 1000 Befragte am 25. und 26. April) zum Auftakt der mehrteiligen SPIEGEL-Serie "Die Gegenwart der Vergangenheit - Hitlers langer Schatten".

Knapp ein Drittel aller Deutschen (32 Prozent) glauben, viel über Hitler zu wissen. Weitere 52 Prozent geben an, sie wüssten einigermaßen Bescheid. Ihr Wissen über das Dritte Reich schöpfen sie vor allem aus der Schule, aus Berichten von Älteren, aus Fernsehsendungen und Büchern.

Fast zwei Drittel (65 Prozent) der im Auftrag des SPIEGEL Befragten, glauben nicht, dass Hitler "ohne den Krieg und die Judenverfolgung einer der größten deutschen Staatsmänner gewesen" wäre. 61 Prozent stufen ihn in der Geschichte als "absolut negative" Peson ein.

Als "ziemlich gering" oder "sehr gering" schätzen mehr als ein drei Viertel der Deutschen (76 Prozent) "die Gefahr ein, dass es in Deutschland irgendwann einen neuen Hitler gibt".