General a.D. Reinhardt fürchtet um die Wehrpflicht
Wegen der Geldnot im Verteidigungshaushalt muss nach Ansicht des früheren Bundeswehr-Generals Klaus Reinhardt möglicherweise die Wehrpflicht abgeschafft werden. In einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL erklärte Reinhardt, ohne zusätzliche Mittel sei die Bundeswehrreform nicht zu verwirklichen, und die Truppenstärke müsse erneut reduziert werden.
Benötigt werden laut Reinhardt etwa drei Milliarden Mark. Das entspreche den jährlichen Kosten für 100.000 Rekruten. "Am Ende könnte uns die Finanzlage zwingen, die Wehrpflicht aufzugeben", sagte der frühere Vier-Sterne-General, der bis März Oberbefehlshaber der Landstreitkräfte der Nato in Mitteleuropa war.
Finanzminister Hans Eichel lehnt Forderungen von Verteidigungsminister Rudolf Scharping nach höheren Militärausgaben bislang ab. Reinhardt, der als erster Deutscher die Kfor-Friedenstruppen im Kosovo kommandierte, warnte jedoch davor, eine Berufsarmee einzuführen. Er teile die Sorge aktiver Generale, so Reinhardt zum SPIEGEL, dass dann nur noch Rechte und Doofe, Söldnertypen und Abenteurer zur Bundeswehr kämen.