Neuer juristischer Streit um den Fall Vera Brühne
Im Fall der mittlerweile verstorbenen Vera Brühne gibt es neuen juristischen Streit. Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe berichtet, hat der frühere Abteilungsleiter Rüstung im Bundesverteidigungsministerium, Karl-Helmut Schnell, den Ex-SPD-Bundestagsabgeordneten Karl Hans Kern auf Unterlassung verklagt. Kern spekuliert in einem Buch, Schnell könne unter dem Decknamen "Schröder" für den Bundesnachrichtendienst (BND) gearbeitet haben und für einen Doppelmord im Jahr 1960 verantwortlich sein. Für diesen war Vera Brühne in einem bis heute heftig umstrittenen Gerichtsverfahren verurteilt worden.
Wie DERSPIEGEL weiter berichtet, sichtete der BND in der vergangenen Woche Dossiers, in denen sich Informationen über den Fall befinden. Eines der Mordopfer, der Arzt Otto Praun, war mit führenden Mitarbeitern des Dienstes verwandt.
Eine erste Durchsicht der Dossiers, so DER SPIEGEL, habe aus Sicht des BND jedoch keinerlei Belege für die Spekulationen erbracht, der Dienst sei für die Morde verantwortlich. (DER SPIEGEL 20/01, Seite 132)