Pauschalen statt Prämien in der EU-Landwirtschaft - DER SPIEGEL
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Pauschalen statt Prämien in der EU-Landwirtschaft

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

EU-Agrarkommissar Franz Fischler will die fällige Reform der Landwirtschaft durch Entbürokratisierung ankurbeln: Er möchte laut einem Bericht des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL jedem europäischen Landwirt eine Pauschale von 5000 Mark jährlich anbieten, wenn dieser im Gegenzug keine Flächen- oder Viehprämien mehr beantragt und sich zudem etwa zu mehr Landschaftspflege verpflichtet. Die Preishilfen für seine Produkte würde der Landwirt weiterhin erhalten.

Der Plan kommt der deutschen Vision von einer Agrarwende hin zur ökologischen Landwirtschaft entgegen, weil die Pauschale, eine Art Bauern-Gehalt, besonders kleinen und extensiv wirtschaftenden Bauern zugute käme. Bereits jetzt würden zwei Drittel aller Agrarbetriebe in der EU von dem vereinfachten 5000-Mark-Förderschema profitieren: Sie erhalten heute schon Leistungen bis zu dieser Höhe, müssen sie jedoch über unzählige Einzelanträge anfordern. Die Pauschale würde so die Agrarpolitik radikal entbürokratisieren.

Fischlers Plan greift jedoch nicht bei den großen Agrarfabriken. Für sie wäre eine 5000-Mark-Pauschale nicht rentabel, weshalb die Massenproduzenten weiterhin die klassischen Zuschüsse vorziehen würden. Darum will Fischler auch diese mengenbezogenen Subventionen generell limitieren, so dass sämtliche Agrargelder aus Brüssel künftig nur fließen, wenn bestimmte Öko- und Landschaftspflegestandards eingehalten werden.

Über den streng vertraulichen Reformplan soll spätestens Mitte nächsten Jahres in Kommission und Agrarministerrat abgestimmt werden: Dann werden die bis 2006 vereinbarten Agrarausgaben der EU, mit 46 Prozent des Gesamtbudgets bei weitem der größte Posten im EU-Etat, einer Zwischenrevision unterzogen. (DER SPIEGEL 20/01, Panorama Deutschland)