Aus der Frühzeit des BND
Der Bundesnachrichtendienst und sein Vorläufer, die Organisation Gehlen, sowie andere westliche Geheimdienste haben in der Bundesrepublik ein Netz so genannter schlafender Agenten geführt. Das berichtet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der kommenden Ausgabe. Die Männer sollten sich bei einem sowjetischen Angriff überrollen lassen und hinter der Front gegen die Besatzungstruppen Widerstand leisten. Das geht aus Unterlagen der CIA aus den fünfziger und sechziger Jahren hervor, die kürzlich freigegeben wurden. Das Netz führte der frühere SS-Oberführer Wilhelm Krichbaum (1896-1957). Der ehemalige Chef der Geheimen Feldpolizei, die während des Zweiten Weltkrieges zahlreiche Kriegsverbrechen begangen hatte, war 1948 zur Organisation Gehlen gestoßen. Er rekrutierte viele ehemalige Angehörige von SS, SD und Gestapo, darunter auch den berühmten Doppelagenten Heinz Felfe, der im BND für Moskau spionierte. Der BND, so die CIA-Unterlagen, verdächtigte nach der Enttarnung Felfes 1961 auch den inzwischen verstorbenen Krichbaum, für den KGB spioniert und das Agentennetz an die Russen verraten zu haben. Wahrscheinlich wurde das Netz daraufhin abgeschaltet. (DER SPIEGEL 20/01, Panorama Deutschland)