Im Kosovo stationierte Soldaten klagen über harte Geldstrafen
Im Kosovo stationierte Soldaten der Bundeswehr klagen über zu harte Strafen durch ihre Vorgesetzten. Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe berichtet, beschweren sich Mitglieder des deutschen Kfor-Kontigents, dass ihnen schon bei kleinsten Vergehen hohe Geldbußen aufgebrummt würden.
Zwischen Juni 1997 und Februar dieses Jahres verhängten Offiziere 1183 Disziplinarmaßnahmen. Schnelles Fahren, falsche Kleidung oder Nachlässigkeiten beim Sichern der Waffen würden mit hohen Geldstrafen geahndet. Im Kosovo, so ein Oberleutnant, herrsche "blinde Ordnungs-, Bestrafungs- und Regelungswut". Einige der Strafen, so DER SPIEGEL weiter, seien nachträglich von Truppendienstgerichten in Deutschland wieder aufgehoben worden.
Besonders monieren die Soldaten, dass sie sich im Einsatzgebiet kaum gegen die oft als maßlos empfundenen Geldstrafen wehren könnten. Der Deutsche Bundeswehr-Verband will deshalb nun Vertragsanwälte auf den Balkan schicken. Laut SPIEGEL werden seit Monaten entsprechende Verhandlungen mit dem Verteidigungsministerium geführt. Bisher sei aber noch keine Einigung erzielt worden.