RAF-Kämpfer sollen neue Terrorgruppe gegründet haben - DER SPIEGEL
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RAF-Kämpfer sollen neue Terrorgruppe gegründet haben

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Bundesanwaltschaft verdächtigt ehemalige Mitglieder der RAF-Kommandoebene, sich zu einer neuen terroristischen Vereinigung zusammengeschlossen zu haben. Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe berichtet, sollen diese hierfür die Logistik der alten RAF, darunter deren bis heute unentdeckten Waffendepots, nutzen. Die neue Gruppe soll spätestens im April 1999 gegründet worden sein und bereits mindestens eine Tat begangen haben. Im Juli 1999 soll sie bei einem Überfall auf einen Geldtransporter in Duisburg eine Million Mark erbeutet haben.

Zu der Gruppe gehören nach Überzeugung der Ermittler die ehemaligen Mitglieder der RAF-Kommandoebene Daniela Klette und Ernst Volker Staub. Wie DER SPIEGEL weiter schreibt, gründe sich der Verdacht auf Abriebspuren im Fluchtfahrzeug und Speichelreste in einer bei dem Raub verwendeten Gesichtsmaske. Bei DNS-Tests sei herausgekommen, dass diese zu Klette und Staub gehören. Gegen die beiden, die bereits seit Ende der achtziger Jahre der Kommandoebene der RAF angehört haben sollen, erließ der Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof bereits im vergangenen November erweiterte Haftbefehle wegen Mitgliedschaft in der neuen terroristischen Vereinigung und schweren Raubes. DER SPIEGEL schreibt weiter, die Bundesanwaltschaft habe erst nach längerer Prü-fung die Frage bejaht, dass es sich um die Bildung einer neuen Gruppe handele. Auch die Möglichkeit, dass die Ex-Terroristen sich nur Geld beschaffen wollten, sei geprüft worden. Jedoch seien die Ermittler davon überzeugt, dass es extrem unwahrscheinlich sei, dass RAF-Kader heute als normale Gangster weitermachten.

Wie das Nachrichten-Magazin außerdem berichtet, plant das Bundeskriminalamt (BKA) in den kommenden Monaten weitere DNS-Tests. Zu 19 Anschlägen der RAF und ihrer Sympathisantengruppen läge im BKA auswertbares Material. Hierzu gehören auch rund 50 Haare, die am Tatort des 1989 ermordeten Bankiers Herrhausen sicher gestellt wurden. Unklar sei aber, so der SPIEGEL, ob diese alle voll auswertbar seien. Viele Haare seien früher beispielsweise auf Klebefolien asserviert worden, die sie verunreinigt hätten. Der Vizepräsident des Bundeskriminalamtes, Bernhard Falk, sagte dem SPIEGEL: "Wir sind zuversichtlich, dass dies nicht der letzte Erfolg ist."