Bald gläserne Konten für Manager?
Deutschlands Top-Manager müssen sich darauf einrichten, dass sie, ähnlich wie ihre Kollegen in den USA, schon bald detaillierter über ihre Gehälter Auskunft geben müssen. Das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL berichtet, dass die von Bundeskanzler Gerhard Schröder eingesetzte Expertenkommission zur Reform des Unternehmensrechts ("Corporate Governance") an entsprechenden Plänen arbeitet. Demnach müssten die Aktiengesellschaften künftig im Geschäftsbericht genau aufzählen, was der Vorstandsvorsitzende, sein Stellvertreter sowie ein normales Vorstandsmitglied an Festgehältern, Tantiemen und Aktienoptionen erhalten. Die Nennung soll dabei zwar formal anonym erfolgen, ließe aber wegen der Funktionen dennoch eindeutige Rückschlüsse zu.
Als die höchstdotierten deutschen Manager gelten bislang der Deutsche-Bank-Chef Rolf Ernst Breuer mit geschätzten 16,4 Millionen Mark jährlich, der Porsche-Chef Wendelin Wiedeking (rd. 17 Millionen) und Jürgen Schrempp von DaimlerChrysler (gut 12 Millionen). Bislang enthält der jährliche Geschäftsbericht einer AG nur eine Pauschalsumme für die Bezüge des gesamten Vorstandes. "Die Aktionäre haben einen Anspruch auf mehr Transparenz", begründet der Kommissionsvorsitzende und Frankfurter Bankrechtler Theodor Baums die Pläne.
Die Kommission erwägt dem SPIEGEL zufolge außerdem, Haftungsklagen gegen einzelne Unternehmensvorstände zu erleichtern: Schon Aktionäre mit einem geringen Mindestanteil sollen Manager, denen schwere Verfehlungen nachzuweisen sind, künftig auf Schadenersatz zu Gunsten des Unternehmens verklagen können. Ferner überlegt die Kommission, die Kontrollmöglichkeiten des Aufsichtsrats zu verbessern. Die Aufsichtsräte würden demnach sämtliche Beschlussvorlagen schon vorab und nicht erst in der Sitzung erhalten und bekämen zudem gegenüber den Wirtschaftsprüfern weiter gehende Auskunftsrechte als bisher.