Handballer wegen Steuerhinterziehung im Zwielicht - DER SPIEGEL
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Handballer wegen Steuerhinterziehung im Zwielicht

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In der Handball-Bundesliga bahnt sich ein Steuerskandal an. Nordrhein-westfälische Finanzbehörden ermitteln gegen rund 25 Beschuldigte, darunter Spielervermittler, ehemalige und aktuelle Spieler des TuS Nettelstedt sowie vier frühere Geschäftsführer der Marketing GmbH des Clubs. Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL schreibt, schätzt ein Bielefelder Strafverfolger, im Fall Nettelstedt seien "rund fünf Millionen Mark" am Fiskus vorbeigeflossen. Bei einer bundesweiten Razzia im vorigen Dezember war Fahndern umfangreiches Belastungsmaterial in die Hände gefallen.

Demnach soll Talant Duschebajew, zweimaliger Welthandballer des Jahres, als Spieler des TuS Nettelstedt für die Saison 1997/98 dem Finanzamt rund 610.000 Mark Steuern vorenthalten haben. Wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung hat die Staatsanwaltschaft Bielefeld ein Ermittlungsverfahren gegen den Starspieler eingeleitet. Vorige Woche wurde Duschebajew wegen Fluchtgefahr für eine Nacht in Minden inhaftiert. Er kam gegen eine Kaution von 500.000 Mark frei.

Duschebajew wurden beispielsweise, so die Ermittler, offiziell monatlich nur 14.500 Mark netto gezahlt. Tatsächlich soll der Spieler 40.000 Mark netto kassiert, außerdem mietfrei gewohnt und gratis einen Audi A 6 gefahren haben. Den verdeckten Teil des Gehalts soll Duschebajew entweder bar im Briefumschlag oder über Firmen in Vaduz (Liechtenstein) eingestrichen haben. Anderen Spielern, so die Ermittler, habe die Marketing GmbH Schecks ausgestellt und die Zahlungen als Spielervermittlungsgebühren deklariert. Duschebajews Anwalt Rai-ner Köper hält die Vorwürfe für "nicht unterlegt".