Mehr Naturschutz in Deutschland
Nach mehreren gescheiterten Anläufen in der Ära Kohl soll der Naturschutz in Deutschland bis zum Jahresende von Grund auf reformiert werden. Das geht nach Informationen des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL aus der voluminösen Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes hervor, die das Kabinett am Mittwoch verabschieden will. Um das Überleben heimischer Tiere und Pflanzen zu sichern, soll ein "Netz verbundener Biotope" entstehen - zusammenhängende Schutzgebiete aller Art, für die jedes Bundesland mindestens zehn Prozent seiner Fläche bereitstellen soll. Naturschutzverbänden räumt die Gesetzesnovelle erstmals ein Klagerecht auf Bundesebene ein, zum Beispiel gegen Planfeststellungen. Vor allem aber verpflichtet der Entwurf aus dem Haus von Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) Land-, Forst-, und Fischereiwirtschaft auf höhere Naturschutzstandards. Wiesen an erosionsgefährdeten Hängen und in Überschwemmungsgebieten dürfen künftig nicht mehr umgepflügt werden, Hecken und Feldraine müssen "in ausreichender Dichte" erhalten bleiben. Außerdem sollen die Landwirte künftig über den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln detailliert Buch führen. Während Bauernfunktionäre, Waldbesitzer und Industrie gegen die Ökowende Sturm laufen, äußern sich die Umweltverbände hoch zufrieden. Resümee des Präsidenten des Naturschutzbundes, Jochen Flasbarth: "Das ist jetzt voll in Ordnung." (DER SPIEGEL 22/01, Panorama Deutschland)