Israelischer Arzt nennt Bedingungen für Export embryonaler Stammzellen nach Deutschland
Der israelische Arzt Joseph Itskovitz-Eldor vom Rambam Medical Center in Haifa hat gegenüber dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL die Bedingungen genannt, unter denen er seine embryonalen Stammzellen nach Deutschland bringen werde. Voraussetzung sei, dass sich Wissenschaftler aus Haifa und Bonn wechselseitig besuchen, um voneinander zu lernen. "Ich schließe die Möglichkeit nicht aus, dass meine ES-Zellen von Oliver Brüstle in Deutschland benutzt werden", sagt Itskovitz-Eldor dem SPIEGEL.
Das Argument, deutsche Ärzte könnten aufgrund der Nazi-Vergangenheit unmöglich an jüdischen Embryonen aus Israel forschen, bezeichnete Itskovitz-Eldor als "total irrational". Er glaube und hoffe, "dass sich Deutschland die Möglichkeit der ES-Zellforschung nicht entgehen lässt."
Wie DER SPIEGEL weiter berichtet, ist auch das Klonen von Menschen nach dem Dolly-Verfahren mit dem jüdischen Glauben vereinbar. Michel Revel, Vorsitzender der Bioethikkommission der israelischen Akademie der Wissenschaften, sagte dem Nachrichten-Magazin: "Um einem unfruchtbaren Paar zu einem Baby zu verhelfen, würde ich das Klonen in begrenzten Fällen in ethischer Hinsicht durchaus für möglich halten; allerdings müßte das Verfahren dazu absolut sicher sein." (DER SPIEGEL 224/01, Seite 216)