Gefälschter Beratervertrag zwischen Hürland-Büning und Holzer
Der Beratervertrag zwischen der ehemaligen Verteidigungsstaatssekretärin Agnes Hürland-Büning und dem Geschäftsmann Dieter Holzer, der im Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Düsseldorf gegen die CDU-Politikerin wegen Beihilfe zur Untreue und Steuerhinterziehung eine Rolle spielt, ist offenbar gefälscht. Dies berichtet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe. Seit Sommer vergangenen Jahres ermittelt die Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit rund 8,5 Millionen Mark Beraterhonoraren, die Hürland-Büning bis Mitte der neunziger Jahre vom Thyssen-Konzern erhalten hatte. Rund drei Millionen Mark davon flossen als sogenanntes Kickback 1995 über Holzers Firma Delta International Establishment an den ehemaligen Thyssen-Manager Herbert Ernst Gatzen zurück, der ebenfalls Beschuldigter in dem Verfahren ist.
Der Kontakt der CDU-Politikerin zu dem Konzern soll über Holzer zustande gekommen sein. Laut einem auf den 24. April 1991 datierten Beratervertrag zwischen Hürland-Büning und Holzers Firma Delta International war Hürland-Büning "an Beratungsleistungen für internationale Großunternehmen" interessiert. Holzer versprach der Politikerin, Projekte zu vermitteln. Die Zahlungen sind unbestritten, so der SPIEGEL, die Vereinbarung mit Holzer ist aber offensichtlich gefälscht. Als Postleitzahl für Hürland-Bünings Wohnort Dorsten war in der Vereinbarung von 1991 die Numer "46284" angegeben - doch damals waren die deutschen Ortsleitzahlen noch vierstellig; das System wurde erst im Juli 1993 umgestellt.
Der Geschäftsmann Holzer gilt auch als eine der Schlüsselfiguren in der Leuna-Affäre. Am Donnerstag dieser Woche soll er vor dem Parteispenden-Untersuchungsausschuss zu seiner Rolle bei Privatiserung der ostdeutschen Raffinerie 1992 an den französischen Mineralölkonzern Elf Aquitaine aussagen.