Türken sind gut integriert - wie eine Studie belegt - DER SPIEGEL
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Türken sind gut integriert - wie eine Studie belegt

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ein großer Teil der 2,4 Millionen in Deutschland lebenden Türken ist wesentlich besser integriert als gemeinhin angenommen. Das ist laut einer Meldung des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL das Ergebnis der ersten repräsentativen Studie über "Mediennutzung und Integration der türkischen Bevölkerung in Deutschland". Im Auftrag der Bundesregierung ermittelte der Kommunikationswissenschaftler Hans-Jürgen Weiß mit der GFK-Fernsehforschung aus Nürnberg und dem Potsdamer Medienfor-schungsinstitut Göfak, dass 56 Prozent der hier ansässigen Türken gut integriert sind. Weitere 24 Prozent verfügen in den Augen der Forscher über "Integrationspotenzial", 20 Prozent gelten als schlecht integriert - hauptsächlich Frauen und religiöse ältere Männer. Hingegen treffen vier von fünf türkischen Jugendlichen regelmäßig deutsche Freunde.

Ähnliche Ergebnisse gab es auch bei den Sprachkenntnissen: Zwei Drittel aller Befragten sind überzeugt, dass sie gut oder sehr gut Deutsch sprechen - eine Einschätzung, die durch Überprüfungen im Wesentlichen bestätigt wurde. Defizite räumten die Teilnehmer der Studie bei den schriftlichen Leistungen ein; 55 Prozent stuften sich hier als eher mittelmäßig bis schlecht ein. Die verbreitete These, das umfassende Angebot an türkischen Fernsehsendern und Zeitungen sei ein Integrationshemmnis, nennt Studienautor Weiß den "größten Unsinn, der kolportiert wird". Nur 17 Prozent der hier lebenden Türken nutzen ausschließlich türkischsprachige Medien, hingegen informieren sich 28 Prozent ausschließlich über deutsche Angebote. Die Hälfte nutzt Sender und Zeitungen in beiden Sprachen. Der beliebteste Fernsehsender ist RTL, erst auf dem dritten Platz folgt der türkische Sender TRT-INT. Zwar umgebe sich laut Weiß ein großer Teil der Befragten mit türkischer Kultur, aber eher im Sinne eines "zweiten Wohnzimmers, das man auch wieder verlässt".