Ausländer missbrauchen den ADAC
Offenbar missbrauchen Ausländer in größerem Stil den ADAC, um illegal in Deutschland zu arbeiten. Das berichtet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe. Der Automobilclub bürgt für "Carnets de Touriste" seiner osteuropäischen Partnerclubs. Diese Papiere ersetzen bei der Visa-Erteilung die sonst notwendigen Einladungen mit Verpflichtungserklärung aus Deutschland. Das Carnet beinhaltet eine Krankenversicherung, außerdem verpflichtet sich der Club, etwaige Abschiebungskosten zu übernehmen.
"Damit fördert der ADAC den illegalen Aufenthalt. Unter dem Vorwand, ein Auto kaufen zu wollen, reisen ganze Völkerscharen ein und füllen den illegalen Arbeitsmarkt", kritisiert Holger Bernsee vom Bund Deutscher Kriminalbeamter. Der ADAC bestreitet den Vorwurf. Man habe bislang kaum Abschiebungen bezahlen müssen. Die etwa 200.000 Carnets, die von den Partnerclubs verkauft worden seien, hätten in "weniger als einem Prozent" zu Ansprüchen geführt, so ADAC-Sprecher Klaus Rakerseder. Das freilich kann auch daran liegen, dass die Inhaber noch in Deutschland sind. (DER SPIEGEL 28/01, Panorama Deutschland)