Viele Prominente stimmen der Herausgabe ihrer Stasi-Akten zu - Diepgen und Grass sind dagegen - DER SPIEGEL
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Viele Prominente stimmen der Herausgabe ihrer Stasi-Akten zu - Diepgen und Grass sind dagegen

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Im Streit um die Veröffentlichung der Stasi-Akten stimmen immer mehr Prominente der Herausgabe ihrer Akten zu. Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe berichtet, haben neben Finanzminister Hans Eichel und Innenminister Otto Schily auch der ehemalige SPD-Vorsitzende Oskar Lafontaine und das Mitglied des Ältestenrates der PDS, Willi Sitte, keine Einwände erhoben. Die Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, sagte dem Blatt: "Ich sehe eine große Gelassenheit bei den meisten Leuten und finde es erfreulich, dass viele von sich aus bereit sind, ihre Akten offen zu halten."

Nur in "wenigen Einzelfällen", so Birthler, hätten Betroffene Bedenken geltend gemacht. Zu diesen gehören nach Informationen des SPIEGEL der frühere Regierende Bürgermeister von Berlin, Eberhard Diepgen, und der Literaturnobelpreisträger Günter Grass. Diepgen hat von der Behörde mittlerweile eine schriftliche Zusicherung verlangt, dass sein Dossier "bis zur Klärung der Rechtslage" unter Verschluss bleibt. Grass habe aus prinzipiellen Gründen abgelehnt, weil die westlichen Geheimdienste ihre Unterlagen auch nicht herausrückten, schreibt das Magazin weiter.

Die Behörde schreibt seit Wochen Dutzende Prominente an. Diese können dann erklären, ob sie - wie Helmut Kohl - Bedenken gegen eine Herausgabe der sie betreffenden Unterlagen haben. Da Journalisten auch die Akten des Bundeskanzlers Gerhard Schröder beantragt hätten, müsse auch dieser noch benachrichtigt werden, schreibt der SPIEGEL. Der ehemalige CDU-Generalsekretär Heiner Geissler sagte dem Blatt, er habe "im Prinzip nichts gegen die Herausgabe meiner Unterlagen - abgesehen von Telefonaten." Allerdings wolle er die Akten zunächst selbst anschauen, "um zu sehen, ob da nicht Fälschungen dabei sind". (DER SPIEGEL 29/01, Seite 28)