E.on-Chef Ulrich Hartmann will Ruhrgasanteile gegen Immobilientochter tauschen - DER SPIEGEL
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E.on-Chef Ulrich Hartmann will Ruhrgasanteile gegen Immobilientochter tauschen

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Kurz nach dem spektakulären Tauschgeschäft zwischen dem britischen Öl-Multi BP und dem Düsseldorfer Energieunternehmen E.on, bei dem das Deutsche Unternehmen seine Tochter Veba Oel samt der daranhängenden Tankstellenkette Aral gegen ein Anteilspaket von 25,5 Prozent an der Ruhrgas AG getauscht hatte, plant E.on-Chef Ulrich Hartmann bereits einen neuen Coup. Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe berichtet, hat Hartmann bereits in der vergangenen Woche Ge-spräche mit der Ruhrkohle AG (RAG) aufgenommen. Ziel der Verhandlungen ist der Erwerb der von der RAG gehaltenen Anteile (rund 18 Prozent) an der Ruhrgas AG.

Hartmann hält nach dem Kauf der BP-Anteile rund 30 Prozent an Europas größtem Gasimporteur. Doch die Finanzbeteiligung reicht dem E.on-Chef nicht. Er will eine strategische Mehrheit.

Hartmann hat der RAG deshalb vorgeschlagen, ihr im Gegenzug für das von ihr ge-haltene Ruhrgas-Paket die Stinnes AG oder seine Immobilientochter Viterra zu überlassen. Besonders an einem Tausch gegen Viterra, hat die RAG dem E.on-Chef nach Informationen des SPIEGEL signalisiert, habe man "ernsthaftes Interesse". Und das nicht nur, weil E.on größter Einzelaktionär der RAG ist. Der NRW-Kohlekonzern besitzt bereits heute eine Immobilientochter, die einen Umsatz von rund 1,6 Milliarden Mark erwirtschaftet. Zusammen mit Viterra würde die RAG einen unangefochtenen Spit-zenplatz in der deutschen Immobilienbranche einnehmen.

Allerdings könnte ein solches Tausch-Geschäft erst nach der noch ausstehenden Zustimmung des Kartellamtes zu dem gerade verkündeten Tausch von BP und Aral erfolgen. (DER SPIEGEL 30/01, Seite 78)