Aufsichtsrat in Doppelrolle bei der Bankgesellschaft Berlin
Der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Bankgesellschaft Berlin, Dieter Feddersen, hat als Partner einer Anwaltskanzlei von der Krise der Bank profitiert. Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL meldet, kassiert seine Anwaltssozietät White & Case, Feddersen (WCF) derzeit monatlich zum Teil weit über 100000 Mark für Mandate der Bankgesellschaft. So vertritt WCF die Bankgesellschaft und deren Tochter, die Berlin Hyp, in den Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue. Durch dubiose Immobiliengeschäfte hat die mehrheitlich landeseigene Bank Milliardenverluste angehäuft. Feddersen erhält als Aufsichtsrat schätzungsweise 120000 Mark jährlich.
Die Verbindung zwischen seiner Kanzlei und der Bankgesellschaft hat bereits den Landesrechnungshof auf den Plan gerufen. Am 7. Dezember 1999 hatte der von Feddersen geführte Aufsichtsrat auf seinen Vorschlag einen Beratervertrag mit WCF geschlossen. Die übernommenen Dienste, monierten die Prüfer in einer vertraulichen Stellungnahme, gehörten zur "Kerntätigkeit" des Aufsichtsratsvorsitzenden. Bis zur endgültigen Klärung überwies die Kanzlei daraufhin die bereits erhaltenen Honorare auf ein Anderkonto. Feddersen hält die Auffassung des Rechnungshofes für "unrichtig". Weder als Aufsichtsratsvorsitzender noch als Sozius von WCF habe er bei der Vergabe der Mandate Einfluss genommen. (DER SPIEGEL 30/01, Panorama Deutschland)