Immer noch scharfe Minen an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze
Elf Jahre nach dem Fall der Mauer liegen allen offiziellen Beteuerungen zum Trotz immer noch scharfe Minen an der ehemaligen innerdeutsche Grenze. Wie das Nachrich-ten-Magazin DER SPIEGEL in der kommenden Ausgabe meldet, sind allein in Thüringen in letzter Zeit vier voll funktionsfähige Infanterieminen gefunden worden, die von einer Spezialfirma gesprengt werden mussten. Am Montag beginnt deshalb im Bereich der thüringischen Gemeinde Behrungen eine erneute Minenräumung mit schwerer Technik, finanziert vom Bundesfinanzministerium.
Von einst 1,3 Millionen verlegten Sprengfallen gelten 33.000 als verschollen. Die Hardthöhe geht davon aus, dass die Sprengfallen entweder verwittert, durch Tiere ausgelöst oder mangelhaft dokumentiert worden seien. Sie seien zum großen Teil "nicht mehr vorhanden". Professionelle Minenräumer glaubten hingegen, dass ein Teil der Sprengsätze durch Regen aus den eigentlichen Minenfeldern herausgespült oder von Tieren in die nähere Umgebung verschleppt worden sei. Für die jetzige Suchaktion sind laut SPIEGEL 300.000 Mark vorgesehen. Eine nochmalige vollständige Minennachsuche auf schon geräumten Grenzabschnitten werde vom Ministerium ausgeschlossen. Ende 1995 hat das Bundesverteidigungsministerium den einstigen Todesstreifen für nach menschlichem Ermessen minenfrei erklärt.