Unmut über Amerikas zwielichtige Balkan-Politik
Bei Washingtons europäischen Nato-Verbündeten wächst der Unmut über die zwielichtige Balkan-Politik der Amerikaner und deren enges Verhältnis zu den albanischen Untergrundkämpfern der UÇK. Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe berichtet, geht aus Geheimdienstberichten, die der Bundesregierung vorliegen, unzweideutig hervor, dass eine albanische Kamarilla, die das Vertrauen der Amerikaner genießt, den Konflikt in Mazedonien anheizt.
"Die Unruhen in Mazedonien und die damit verbundene Instabilität in der Region", so heißt es in einem Geheimdienst-Dossier, seien "absolute Voraussetzung für ihre kriminellen Geschäfte" - gemeint sind schmutzige Deals der UÇK mit Drogen, Waffen, Mädchen.
Im Kreis von Vertrauten schimpfte Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping vor allem mit Blick auf die Amerikaner, die "internationale Gemeinschaft" habe sich im Umgang mit der UÇK "nicht konsequent verhalten". Sie trage deshalb "Mitverantwortung" für die aktuelle Krise in Mazedonien.
Die UÇK-Freischärler dürfen, so haben westeuropäische Geheimdienste herausgefunden, mit einem eigenen Funkkreis sogar das exklusive Kommunikationssystem der Amerikaner nutzen. Die US-Truppe auf dem Balkan verfügt mit niedrig fliegenden Satelliten über ein eigenes, mobiles Kommunikationssystem, in dem sich verschlüsselt telefonieren lässt. Somit sind Washingtons professionelle Lauscher aber auch bestens über die Aktionen der albanischen Freischärler informiert.