Die Bahn schwimmt im Geld
Eine Summe von mehr als zwei Milliarden Mark an genehmigten Bundesmitteln für Investitionen in das marode Schienennetz kann die Bahn AG in diesem Jahr voraussichtlich nicht mehr verbauen. Das geht laut einem Bericht des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL aus internen Berechnungen des Konzerns hervor. Insgesamt stellt der Bund 2001 rund 8,5 Milliarden Mark für die Bahn bereit - im ersten Halbjahr hat das Unternehmen jedoch nur 2,1 Milliarden Mark davon angefordert.
Allein die Hälfte der für 2001 genehmigten 1,8 Milliarden Mark aus den UMTS-Zinsersparnissen will Bahnchef Hartmut Mehdorn nicht in die Streckensanierung, sondern in Neubauprojekte stecken. Auch aus dem regulären Investitionsetat, so hat die Bahn bereits angekündigt, werde sie mindestens eine Milliarde Mark gar nicht abrufen kön-nen. Die Gesamtsumme der brachliegenden Gelder werde sich noch beträchtlich erhöhen, fürchtet das Kanzleramt: Vergleichbare Prognosen des Unternehmens im vergangenen Jahr schnellten bis Dezember noch um mehr als das Doppelte empor. Planung und Bau brauchten eben Zeit, erklärt ein Bahnsprecher das Fiasko: "Manche Rechnungen kommen erst im nächsten Jahr."