Frentzens Pech im Cockpit - DER SPIEGEL
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Frentzens Pech im Cockpit

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Anwälte des Rennfahrers Heinz-Harald Frentzen wollen nach Informationen des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL ihre Klage gegen dessen fristlose Kündigung durch den Jordan-Rennstall unter anderem mit mehreren Interviews stützen, die sein Teamkollege Jarno Trulli in letzter Zeit gegeben hat. Teambesitzer Eddie Jordan wirft Frentzen geschäftsschädigendes Verhalten vor, weil der Mönchengladbacher den Medien technische Defizite seines Rennwagens erläutert hatte - etwa den erhöhten Reifenverschleiß gegenüber der Konkurrenz Ferrari und McLaren. Auch Trulli hatte sich kritisch über die Qualität seines Fahrzeugs geäußert, wurde jedoch nicht belangt. Im Fall Frentzen wird ein bekanntes Problem der Formel 1 deutlich: Den Fahrern sind zwar kritische Äußerungen über ihr Team vertraglich verboten, aber sie sollen dem Publikum die sportlichen Darbietungen erklären.

Jordans jetzige Pleitenserie begann mit der Einführung elektronischer Hilfen beim fünften Saisonrennen in Barcelona: Während Frentzen zuvor dreimal in die Punkteränge gefahren war, ließ ihn danach bei sechs Starts fünfmal die Technik im Stich. Die Unzuverlässigkeit der Software veranlasste Trulli, auf die elektronische Anfahrhilfe zu verzichten. Frentzen hingegen wollte das System zur Reife bringen - und wurde bei seinem letzten Rennen in Silverstone beim Start gleich von drei Konkurrenten überholt.