Gysis Wahlkampftaktik
Die PDS und ihr Berliner Spitzenkandidat Gregor Gysi wollen im Kampf um den Einzug ins Rote Rathaus von der SPD siegen lernen. Wie die Bundes-SPD 1998 mit ihrer "Kampa" will nun auch die Berliner PDS ihr Wahlkampf-Hauptquartier aus der Parteizentrale auslagern. Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL meldet, wird Gysis Wahlkampf-Trupp nicht im Karl-Liebknecht-Haus residieren, sondern in ein ostdeutsches Kultquartier ziehen: Gysis Wahlkampfchef, der Europaabgeordnete André Brie, unterschrieb vergangene Woche einen Mietvertrag für einen Verkaufs- und Ausstellungspavillon in der früheren Stalinallee, unweit des "Kino International" und dem einstigen "Café Moskau". Bei den Wahlen am 21. Oktober setzt die PDS voll auf Gysi und dessen hohe Sympathiewerte. Umfragen zufolge ist der PDS-Politiker in Berlin sogar beliebter als der frischgebackene Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit. Um dessen Amtsbonus wett zu machen, soll Gysi im Wahlkampf auch ein wenig auf Staatsmann getrimmt werden: In Rom hat der PDS-Kandidat jüngst Aufwartung gemacht, eine Reise in die Vereinigten Staaten steht demnächst auf dem Programm.