Rabin-Tochter tritt für Härte gegenüber den Palästinensern ein
Die stellvertretende israelische Verteidigungsministerin Dalia Rabin-Pelossof hat einen israelischen Wiedereinmarsch in die palästinensischen Gebiete im Westjordanland und im Gaza-Streifen nicht ausgeschlossen. "Das ist keine Option für die nahe Zukunft", sagte Rabin-Pelossof in einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Sollte sich die Sicherheitslage jedoch bis zu einem Punkt verschlechtern, "dass wir die Kontrolle über die Gebiete verlieren", so Rabin, "dann müssen wir neu überlegen, was zu tun ist." Die Tochter des 1995 ermordeten Friedensnobelpreisträgers betonte, sie halte eine Rückeroberung der palästinensischen Autonomiezonen nicht für hilfreich: "Ich hoffe, wir werden nicht dazu gezwungen."
Rabin-Pelossof verteidigte die Vergeltungsaktionen der israelischen Armee, die nach dem Terroranschlag von Jerusalem palästinensische Einrichtungen in Ost-Jerusalem und dem Vorort Abu-Dis besetzt sowie eine Polizeistation in Ramallah zerstört hatten. "Wir senden damit eine Botschaft an Jassir Arafat, dass er nicht weitermachen kann wie bisher. Er muss jetzt endlich aktiv werden im Kampf gegen den Terror." Die Politikerin der Arbeitspartei beschuldigte den früheren Partner ihres Vaters sogar, für die Terrorangriffe verantwortlich zu sein. Sie kündigte eine Fortsetzung der umstrittenen israelischen Politik der gezielten Exekutionen von palästinensischen Extremisten an. "Wir haben keine andere Wahl als zu versuchen, die Terroristen zu stoppen, bevor sie sich auf den Weg machen." Politische Angebote oder Gespräche mit den Palästinensern lehnt die Vize-Ministerin zum derzeitigen Zeitpunkt ab. "Wir können uns der Gewalt nicht beugen", so Rabin, "wenn wir jetzt ein Angebot machen, wirkt das doch so, als würden wir dem Terror klein bei geben." Erst wenn Israel sehe, "dass Arafat wirklich gegen den Terror einschreitet", könne die Regierung über Verhandlungen nachdenken.