Zuschüsse aus Schweriner Ministerium für Firma der Staatssekretärs-Ehefrau
Aus dem Ministerium für Arbeit und Bau des Landes Mecklenburg-Vorpommern sind Fördergelder in Millionenhöhe an ein Unternehmen geflossen, in dem die Ehefrau des zuständigen Staatssekretärs Joachim Wegrad (PDS) als Gesellschafterin und Geschäftsführerin agiert. Das berichtet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe. Allein im vorigen Jahr erhielt die Schweriner SBW Aus- und Fortbildungsgesellschaft für Wirtschaft und Verwaltung aus dem Ministerium rund 2,3 Millionen Mark für Qualifizierungsprojekte - eine Steigerung um 124 Prozent im Vergleich zu 1999. Damals waren es 1,04 Millionen Mark. SBW-Geschäftsführerin Veronika Wegrad-Paul erklärte dem SPIEGEL das Umsatz-Plus unter anderem damit, dass fast ein Viertel des Geldes (503.090 Mark) aus dem EU-Programm "Adapt" stammten. Der entsprechende SBW-Antrag sei bereits 1997 von der CDU/SPD-Regierung genehmigt worden.
Nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeit lief das entsprechende Projekt jedoch nur bis zum 30. Juni 1999. Auf Nachfrage des SPIEGEL mußte Wegrad-Paul einräumen, das Projekt sei zweimal, im Oktober und Dezember 1999, verlängert worden - von Beamten im Schweriner Arbeitsministerium. Zu diesem Zeitpunkt regierte bereits die SPD/PDS-Koalition. Dennoch, so Daniela Heindrichs, die Sprecherin des Ministeriums, sei "alles korrekt gelaufen" und Staatssekretär Wegrad "zu keiner Zeit" mit der Vergabe von Fördermitteln an die Firma seiner Ehefrau befaßt gewesen. Unterschrieben hätten derartige Anträge entweder die Abteilungsleiter oder der Minister und stellvertretende Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern Helmut Holter (PDS). Dessen Ehefrau Karina arbeitet, wie Geschäftsführerin Wegrad-Paul dem SPIEGEL bestätigte, bei der SBW als festangestellte Dozentin "im Bereich Deutsch-Sprachlehrgänge für Aussiedler".