Pannemeiler Temelín verursacht weitere Probleme
Das Pannen-Kernkraftwerk Temelín verdirbt dem tschechischen Staat das Geschäft mit der Privatisierung seines nationalen Energiekonzerns CEZ. Nach einem neuen Bericht der österreichischen Bundesregierung würde "eine Inbetriebnahme Temelíns keine Ertragssteigerungen" für den Konzern mit sich bringen. Die Fertigstellung des mit US-Hilfe nachgerüsteten Meilers, der derzeit im Probetrieb läuft, habe im Gegenteil die "erzielbaren Privatisierungserlöse für die CEZ" schon "erheblich reduziert".
Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL schreibt, hat der Düsseldorfer Energiekonzern E.on bereits angekündigt, ein Übernahmeangebot für die CEZ "ohne Temelín" zu machen. Die bestehenden Abnahmeverträge für den Nuklearstrom hatte E.on gekündigt, da Imageschäden drohten. Die internationale Umweltorganisation Greenpe-ace fordert jetzt von den Kaufinteressenten, darunter auch die französische EdF und die British Energy, den Temelín-Betreiber CEZ insgesamt zu erwerben - um den störanfälligen Atommeiler (Baukosten: 5,6 Milliarden Mark) dann geordnet abzuschalten. Auch Umweltminister Jürgen Trittin hält aus Sicherheitsgründen eine sofortige Stilllegung des nur 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernten Pannenmeilers für notwendig. (DER SPIEGEL 35/01, Panorama Deutschland)