Schlüsselfigur der Affäre im Schweriner Holter-Ministerium Stasi-belastet
Eine Schlüsselfigur in der Affäre um einen millionenschweren Beratervertrag, den das Schweriner Arbeitsministerium unter Führung des PDS-Vizeministerpräsidenten Helmut Holter der Privatfirma BBJ gab, muß sich nun auch noch mit Stasi-Vorwürfen auseinandersetzen. Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe berichtet, war Ronald Klinger, jetzt als stellvertretender Abteilungsleiter der Abteilung 5 mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt, nicht nur als Mitglied des Wachregiments Feliks Dzierzynski hauptamtlicher Stasi-Mitarbeiter, er soll nach seinem Ausscheiden auch weiterhin als Inoffizieller Mitarbeiter tätig gewesen sein.
Klinger mag die Vorwürfe nicht dementieren. Klinger zum SPIEGEL: Ich habe kurz nach meiner Einstellung mein Einverständnis gegeben, dass meine Stasi-Unterlagen eingesehen werden können. Ich habe nicht erklärt, dass ich zum Ministerium für Staatssicherheit keinen Kontakt gehabt habe. Einen entsprechenden Hinweis aus der Staatskanzlei hat inzwischen auch Holters Ministerium bekommen, bestätigte Holters Sprecher Helfried Liebsch auf SPIEGEL-Anfrage.
Klinger war durch die Vergabe eines Auftrages über 15 Millionen Mark an die Beratungsfirma BBJ ins Gerede gekommen, deren Geschäftsführer er vor seinem Wechsel ins Ministerium war. Der Auftrag war ausgeschrieben, doch Anfang vergangenen Jahres wurde die Ausschreibung aufgehoben. Stattdessen verhandelte das Holter-Ministerium mit zwei Bietern weiter. Die BBJ stach die Konkurrenz mit einem nachgebesserten Angebot aus eine Woche vor Auftragserteilung hatte ihr Ex-Chef Klinger ins Ministerium gewechselt, wo er bereits Mitte Januar als neuer Mitarbeiter vorgestellt worden ist.