Premier in spe will deutsche Autobahn durch Polen - DER SPIEGEL
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Premier in spe will deutsche Autobahn durch Polen

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Der Spitzenkandidat des polnischen Linksbündnisses SLD, Leszek Miller, hat sich in einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL für eine Intensivierung der deutsch-polnischen Beziehungen ausgesprochen. Miller, allen Umfragen zufolge nach den Wahlen am 23. September der nächste Premier Polens, sagte: „Deutschland sollte unser erster Partner in Europa sein. Und wir hoffen, dass auch die Deutschen in uns ihren ersten Partner sehen.“

Gleichzeitig trat Miller Befürchtungen entgegen, seine Landsleute würden den deutschen Arbeitsmarkt massenhaft mit Lohndumping überfluten. Er beklagte die starre Haltung der Bundesregierung: Schröder sei „sehr hart in dieser Sache“. Die vom Bundeskanzler geforderte Übergangsperiode bei der Freizügigkeit polnischer Arbeiter sei „überflüssig“.

Miller plädierte dafür, mit der geopolitischen Lage Polens zwischen Deutschland und Russland, die „uns Polen noch nie glücklich gemacht“ habe, endlich „positiv umzugehen“. So suche sich der Handel zwischen Deutschland und Russland oft andere Wege. „Das müssen wir ändern“, sagte Miller dem SPIEGEL. Ein von deutschen Bauunternehmern anvisiertes Autobahnprojekt durch Polen ins ehemalige Königsberg bezeichnete Miller als „interessantes Projekt“.

Die derzeitige Finanz- und Wirtschaftskrise in Polen bezeichnete er als „sehr gefährlich“. Für die Probleme machte Miller unter anderem die bisherige Hochzinspolitik der Zentralbank verantwortlich. Sein Land habe nur in der Europäischen Union eine Zukunft. Sonst werde Polen „an den Rand des zivilisatorischen Fortschritts“ gedrängt.