Gift im Kinderspielzeug - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Gift im Kinderspielzeug

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Kinderspielzeug fällt bei amtlichen Kontrollen in Einzelfällen durch bedenkliche Inhaltsstoffe auf. Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL meldet, ergaben Analysen des Landesuntersuchungsamtes Südbayern zu hohe Gehalte giftiger Schwermetalle – unter anderem in lackiertem Metallspielzeug und Puppenbekleidung aus Leder. Ein inzwischen aus dem Handel genommenes Sortiment Puppen-Kostüme aus der Türkei zeigte laut aktuellem Jahresbericht der Behörde „bis zu 250fache Überschreitungen des Grenzwertes für lösliches Blei“.

Das Kostüm eines Teddybären enthielt so genannte Azo-Farbstoffe, die krebserregende Spaltprodukte freisetzten. Die Prüfer monieren, dass solche Farbstoffe zwar in normaler Bekleidung verboten seien, „nicht jedoch für Spielwaren“. Eine entsprechende EU-Richtlinie liege erst als Entwurf vor. Als häufig giftbelastet müssen auch Holzpuzzles für Kleinkinder angesehen werden. Sechs von acht solcher Spielzeugartikel gaben bei Analysen des Untersuchungsamtes in Münster das potenziell krebserzeugende Formaldehyd ab – und das nicht zu knapp. „Ein großer Teil des für Kleinkindpuzzles eingesetzten Materials“, folgern die Prüfer, „sei von schlechterer Qualität, als dies für Holzwerkstoffe für den Innenausbau erlaubt ist.“