Die TV-Pläne von John Malone in Deutschland
Der amerikanische Unternehmer John Malone , der der Deutschen Telekom ein Großteil ihres Kabnelnetzes abkauft, will sein Programm voraussichtlich "in einem Jahr, wenn die Leute aus dem Urlaub zurückkommen," starten. In einem Gespräch mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL sagte Malone, er rechne damit, "dass wir etwa fünf bis sechs Monate brauchen, um den ganzen Regulierungskram zu erledigen und den Kauf juristisch abzuwickeln." Sobald er einigermaßen sicher sein könne, dass die Kartellbehörden keine größeren Einwände mehr hätten, "werden wir damit beginnen, das Netz auszubauen und ein gutes Angebot zusammenzustellen." Noch einmal ein halbes Jahr dauere es, eine ausreichende Zahl von Decodern zu bekommen.
Der Einstiegspreis für Kabelkunden werde "irgendwo zwischen 20 und 30 Mark liegen, inklusive des Decoders", sagte Malone. Es werde eine ganze Familie von Decodern geben:"Für den Einsteiger werden wir ein Modell anbieten, das ihm den Empfang einer Reihe neuer Kanäle erlaubt, ausgestattet mit einem einfachen Rückkanal", so Malone. "Am anderen Ende des Spektrums wird eine Box stehen, die einen eingebauten Videorekorder besitzt und alle möglichen Funktionen, so eine Art internetfähige Hochge-schwindigkeits-Multimediamaschine." Insgesamt will Malone mit Partnern in Deutschland zehn, vielleicht auch zwölf Milliarden Mark investieren. "Aber das kostet es nun mal, wenn man eine Industrie aufbauen will."
Mit dem Medienunternehmer Leo Kirch (Premiere), der einen großen Teil der deutschen Pay-TV-Rechte besitzt, will sich Malone einigen:"Kirch hat sich festgefahren. Er braucht uns, definitiv", sagte er dem SPIEGEL. "Für uns jedenfalls wäre es hilfreich, wenn wir mit ihm ins Geschäft kommen könnten, anstatt uns mit ihm zu verkämpfen." Eine Übernahme von Premiere schloss er nicht grundsätzlich aus. Er glaube jedoch nicht, "dass wir unbedingt Eigentümer von Premiere werden müssen, um die Dinge dort zum Laufen zu bringen."