Lufthansa-Piloten sollen für Streik zahlen - DER SPIEGEL
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Lufthansa-Piloten sollen für Streik zahlen

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der wochenlange Streik der Lufthansa-Piloten vom Frühjahr soll ein juristisches Nachspiel haben. Das beschloss der Vorstand der Airline nach einer kontrovers geführten Diskussion - ein Mitglied des vierköpfigen Führungsgremiums stimmte gegen den Plan gestimmt, um den gerade erst beigelegten Konflikt mit den Cockpit-Führern nicht erneut anzuheizen -, berichtet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL unter Berufung auf Lufthansa-Insider. Im Gegensatz zu früheren Äußerungen der Konzernspitze soll die Piloten-Vereinigung Cockpit (VC) jetzt auf Schadensersatz verklagt werden.

Zur Begründung führen die Lufthansa-Manager unter anderem an, die VC-Funktionäre hätten auch dann noch zu Streiks aufgerufen, als schon ein verhandlungsfähiges Angebot des Vorstands auf dem Tisch lag. Damit habe die VC gegen ein Grundsatzurteil des Bundesarbeitsgerichts verstoßen, das Arbeitsniederlegungen als letztes Mittel nur dann erlaubt, wenn festgefahrene Verhandlungen anders nicht mehr in Gang zu bringen sind. Cockpit beruft sich dagegen auf das gesetzlich garantierte Streikrecht.

Bis Mitte vergangener Woche lag der Piloten-Vereinigung noch keine konkrete Schadensersatzforderung vor. Besonnene VC-Funktionäre wollen die Lufthansa-Führung nun bewegen, die angedrohte Klage zurückzuziehen. Nach früheren Angaben hatte der Streik die Lufthansa rund 150 Millionen Mark gekostet.