Sprachbereinigung bei der Bahn
Die Deutsche Bahn (DB) will den Sprachwirrwarr auf ihren Bahnhöfen und in den Zügen beseitigen. Das meldet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Allein für das Bahnhofsklo haben Marketingexperten bei einer Bestandsaufnahme mehrere Begriffe gefunden: An manchen Stationen heißt es "Reisefrische", an anderen "McClean", andernorts ist von "WC-Center" oder schlicht "Toiletten" die Rede.
Auch der Name des so genannten "Servicepoint" steht zur Diskussion - viele Kunden verstünden nicht, dass die Mitarbeiter am zentralen Informationsschalter nur Auskünfte geben, aber keine Tickets verkaufen. Entfallen sollen zugunsten einfacher Zugnummern fortan Namen wie "ICE Paula Modersohn-Becker" für die einzelnen Zugverbindungen - DB-Manager beklagen, dass jeder neue Zugname ein Politikum bedeutet.
Selbst der Firmenname wird erneut diskutiert: Konzernchef Hartmut Mehdorn, heißt es im Unternehmen, habe zu Beginn nur von "Bahn" reden und (analog zum "T" der Telekom) ein großes "B" an die Stelle des bisherigen "DB"-Logos setzen wollen. Sein damaliger Aufsichtsratschef Dieter Vogel beharrte jedoch auf "Deutsche Bahn" als Firmennamen. Als Kompromiss vermarktet Mehdorn sein Unternehmen seither als "Die Bahn". Jetzt scheint auch in dieser Frage wieder alles offen. (DER SPIEGEL 38/01, Trends)