Drei Milliarden für Flughafen Schönefeld? - DER SPIEGEL
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Drei Milliarden für Flughafen Schönefeld?

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Privatisierung des geplanten Großflughafens Schönefeld könnte für Berlin, Brandenburg und den Bund weit teurer werden als erwartet. Das berichtet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der kommenden Ausgabe. Mehr als zwei Milliarden Mark müssten Bund und Länder nach dem Kaufangebot, das ein privates Konsortium um den Baukonzern Hochtief abgegeben hat, über ihre Planungsfirma PPS zuschießen. Die PPS soll Grundstücke für 600 Millionen Mark erwerben, die anschließend den privaten Bauunternehmen gegen einen symbolischen Pachtzins zur Verfügung gestellt werden.

Staatliche Stellen sollen außerdem die Verkehrsanbindung (Kosten: rund 500 Millionen Mark), die Beseitigung von Altlasten (rund 80 Millionen) sowie Umsiedlungen (etwa 60 Millionen) bezahlen. Inklusive weiterer Risiken könnte der Zuschuß sogar bis zu drei Milliarden Mark betragen. Die Privaten selbst wollen dagegen nur 50 Millionen für die Übernahme der gesamten Flughafen-Holding zahlen - ein "nicht verhandelbares Angebot", so Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit.

Der Aufsichtsrat der PPS will deshalb möglicherweise schon in der kommenden Woche beschließen, den Airport in Eigenregie zu bauen. Pläne dafür liegen bereits in der Schublade. Demnach soll Schönefeld erst im Anschluss an die Eröffnung privatisiert werden. Das Szenario, das die mögliche Entwicklung des Flughafens bis 2035 skizziert, sieht vor, dass Berlin, Brandenburg und der Bund bis 2007 eine Milliarde Mark an neuem Kapital beisteuern müssten. Insgesamt werde der Flughafen etwa sechs Milliarden kosten. Anschließend könne er allerdings mit Gewinn privatisiert werden. Die Finanzierung ist bereits weitgehend geklärt: Mehrere europäische Großbanken haben inzwischen Angebote vorgelegt. (DER SPIEGEL 38/01, Panorama Deutschland)