Chaos im Schweriner Arbeitsministerium
Im Strudel der dubiosen Vorgänge um einen Millionenvertrag des Schweriner Arbeitsministeriums mit der Beratungsfirma BBJ muss sich das Ministerium von Vize-Regierungschef Helmut Holter (PDS) - laut einer Meldung des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL - korrigieren: Nach der Enttarnung des hochrangigen Holter-Mitarbeiters und Ex-BBJ-Chefs Ronald Klinger (PDS) als IM "Tilo Kant" hatte Sprecher Helfried Liebsch erklärt, Ende August "einen entsprechenden Hinweis aus der Staatskanzlei" erhalten zu haben.
Später präzisierte er, das Ergebnis der Überprüfung Klingers durch die Birthler-Behörde sei seit Mitte Juli im Ministerium bekannt. Holter habe davon nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub im August erfahren. Der PDS-Politiker hat bislang Fragen nach arbeitsrechtlichen Konsequenzen im Falle Klinger zurückgewiesen; er wolle die Vorwürfe "in Ruhe prüfen". Jetzt stellt sich heraus: Die Stasi-Unterlagen-Behörde hat das Klinger-Dossier schon am 28. März ans Holter-Ministerium geschickt. Um eine Stellungnahme gebeten, reagierte Liebsch pampig: "Sie haben einfach keine Ahnung von Verwaltungsabläufen." (DER SPIEGEL 38/01, Panorama Deutschland)