Spuren Bin Ladens in Luxemburg?
Die Ermittlungen gegen die Hintermänner der Terror-Anschläge auf Ziele in den Vereinigten Staaten konzentrieren sich mittlerweile auch auf den Finanzbereich. Das berichtet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe. Die Luxemburger Justiz prüft derzeit eine Spur, die direkt ins wirtschaftliche Zentrum des Terrorimperi-ums von Osama Bin Laden führen könnte. Ein französischer Anwalt versuchte kürzlich im Auftrag eines Mandanten über Luxemburg eine Finanztransaktion in zweistelliger Millionenhöhe zu organisieren. Doch die kontaktierte Bank wurde misstrauisch. "Wegen des Verdachts auf Geldwäsche und einer vermuteten Verbindung zum finanziellen Umfeld des Terroristen Osama Bin Laden", bestätigt Lucien Thiel, Chef des Luxemburger Bankenverbandes, lehnte die Bank das Geschäft ab und meldete den Vorfall der Staatsanwaltschaft.
Auch die Deutsche Bank hat von sich aus interne Informationen an die Ermittler weitergegeben. So war den Bankern aufgefallen, dass der Hamburger Geschäftsmann und Bankkunde Abdoul Quddos D. Telefonanlagen nach Afghanistan und Flugsimulatoren in die Türkei lieferte. D. hat die Hansestadt nach Informationen der Bank am 13. September verlassen. Darüberhinaus meldeten die Banker den Ermittlern die Daten eines Kunden, der im März 100000 Mark Kredit für Flugstunden bei einer norddeutschen Flugschule erhielt und in der Woche vor dem Anschlag angab, in die USA zu reisen, um dort zu fliegen.
Auch das FBI selbst hat sich mittlerweile an zahlreiche deutsche Behörden gewandt, um Informationen über die Bankverbindungen von zuletzt 118 verdächtigen Personen zu erhalten, schreibt der SPIEGEL. (DER SPIEGEL 39/01, Seite 112)