Bundesanwaltschaft weitet Ermittlungen wegen Anschlägen in den USA aus - DER SPIEGEL
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Bundesanwaltschaft weitet Ermittlungen wegen Anschlägen in den USA aus

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Bundesanwaltschaft hat ihre Ermittlungen im Zusammenhang mit den Terroranschlägen in den USA ausgedehnt. Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe berichtet, wird jetzt auch gegen den in Hamburg lebenden Kaufmann Mamoun Darkazanli wegen des Verdachts der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung ermittelt. Der gebürtige Syrer, der den Sicherheitsbehörden schon seit Jahren als mutmaßlicher Kontaktmann der Bin-Laden-Gruppe gilt, soll der Hamburger Zelle der Attentäter finanzielle und logistische Unterstützung gewährt haben. Trotz Drängen aus den USA und vom Bundeskriminalamt hatte sich Generalbundesanwalt Kay Nehm mit Hinweis auf mangelnden Tatverdacht bisher geweigert, Ermittlungen gegen Dakarzanli aufzunehmen.

Wie der SPIEGEL weiter schreibt, wird die Bundesanwaltschaft zudem ein weiteres Großverfahren eröffnen, um den Strukturen der Bin-Laden-Gruppe in Deutschland um-fassend nachzugehen. In diesem Verfahren sollen auch die Ergebnisse der Rasterfahndungen ausgewertet werden. Zudem hat die Bundesregierung Nehm massiv gedrängt, umfassendere Ermittlungen aufzunehmen. Hierzu wurde er am vergangenen Mittwoch bei einem Treffen im Kanzleramt aufgefordert; dabei wurde ihm auch weiteres Beweismaterial übergeben.

Weiter berichtet der SPIEGEL, mittlerweile stehe fest, dass fast alle Hamburger Attentäter und vom BKA bereits in der Vergangenheit als mögliche Hamburger Bin-Laden-Kontaktleute benannte Personen zeitweilig gemeinsam als Lagerarbeiter in einer Computerfirma nahe Hamburg arbeiteten. Zudem sei sicher, dass der flüchtige Ramzi Binalshibh etwa zwei Jahre unter einem anderen Namen als Asylbewerber im schleswig-holsteinischen Landkreis Pinneberg Sozialhilfe bezog. 1998 wurde Binalshibh, der sich damals Omar genannt hatte, vom Amt abgemeldet, weil er sich lange nicht ge-meldet hatte. Wenig später hatte er sich beim Hamburger Studienkolleg eingeschrieben.

Zudem hätten die Ermittlungen ergeben, dass mindestens ein weiterer in Hamburg lebender Araber möglicherweise an den Attentaten teilnehmen wollte. Nachdem ihm die USA kein Visum erteilten, habe er ein bereits gebuchtes Hotel in Miami storniert und als Kontaktnummer Binalships Handynummer angegeben.

Der SPIEGEL berichtet weiterhin, die US-Regierung habe der Bundesregierung ein 31-seitiges Dossier übergeben, in dem die Beweise gegen Bin-Laden aufgelistet werden. Nach Einschätzung von Sicherheitsexperten gilt als bester Beweis, dass zwei der Kidnapper auf der Pentagon-Maschine sich im Januar mit dem hochrangigen Bin-Laden-Funktionär Taufik al-Atasch, Codename "Khallad", in Malaysia getroffen haben. Al-Atasch war nach Überzeugung der US-Justiz auch in den Selbstmord-Anschlag auf das amerikanische Kriegsschiff "USSCole" verwickelt.