Botho Strauß spricht vom "Kampf der Bösen gegen die Bösen"
In einem Beitrag für das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL äußert sich der Schriftsteller Botho Strauß - gewohnt poetisch - zu den Folgen der Terroranschläge in den USA. Unter dem Titel "Der Schlag" sinniert Strauß über den "Kampf der Bösen gegen die Bösen": Sowohl die Amerikaner als auch die muslimischen Glaubenskrieger hielten ihren jeweiligen Gegner für satanisch. Strauß prophezeit "zäh wiederkehrende Attacken" auf den westlichen Pragmatismus und eine "Beständigkeit des Unverhofften, das der Epoche einen neuem Zeittakt gibt und den leeren Beschleunigungen etwas in die Quere stellt." Die Blindheit der islamischen Glaubenskrieger und die "metaphysische Blindheit der westlichen Intelligenz", so Strauß, scheinen einander zu bedingen. Von einem Krieg könne man nicht sprechen, behauptet der Dramatiker und Erzähler: "Es gibt keinen Krieg, wo der Friedensschluss nicht verhandelbar ist. Nur einen langen Austausch von Überfällen." Diese Feststellung lässt der Autor in den Stoßseufzer münden: "Ein panislamisches Reich vom Sudan bis nach China: Hätten wir es schon! Ein kalter Krieg wäre wieder möglich." Nur ein solcher kalter Krieg ließe auch auf "Waffenruhe" hoffen.