Ulrikes Mörder voll schuldfähig - DER SPIEGEL
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Ulrikes Mörder voll schuldfähig

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Der mutmaßliche Mörder der am 22. Februar getöteten Schülerin Ulrike Brandt gilt nach dem vorläufigen Ergebnis der forensisch-psychatrischen Untersuchung als uneingeschränkt schuldfähig. Das berichtet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der aktuellen Ausgabe. Dem Arbeitslosen Stefan Jahn, 25, der sich ab Mittwoch vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) verantworten muss, droht nun die Höchststrafe. Jahn werden Autodiebstahl, Brandstiftung, sexuelle Nötigung, Freiheitsberaubung, Vergewaltigung und Mord vorgeworfen.

Nach den Ermittlungsergebnissen war Ulrike vom Zeitpunkt ihrer Entführung gegen 15.40 Uhr bis zu ihrem Tod in den Abendstunden des 22. Februar bei vollem Bewusstsein, weinte, schrie und wehrte sich verzweifelt. Jahn gab an, durch Zufall auf die zwölfjährige Schülerin gestoßen zu sein, als er mit einem zuvor gestohlenen VW Polo in einen Waldweg einbog. Das Mädchen sei bei der Kollision mit dem Auto von ihrem Rad gestürzt und habe sich leicht am Knie verletzt. Zunächst habe er den Fahrradlenker zurechtbiegen wollen, sich dann aber entschlossen, das Kind mit Gewalt in den Wagen zu zwingen.

Um eine Flucht zu verhindern, soll Jahn unter anderem den Verriegelungsknopf der Beifahrertür abgebrochen und die Hände des Mädchens zeitweilig mit Heftpflaster gefesselt haben. Für die 57 Kilometer lange Fahrt vom Entführungsort bei Eberswalde-Finow nach Werneuchen wählte er vorwiegend menschenleere Nebenstraßen. In einem Waldstück, so Jahn, vergewaltigte er das Kind mehrfach und brachte ihm stark blutende Verletzungen bei, die er mit Hilfe des Verbandskastens zu versorgen suchte. Anschließend erdrosselte er das weinende Mädchen mit einem Fleece-Schal, bedeckte den Leichnam mit Laub und Zweigen und setzte das Tatfahrzeug später in Brand. Das Autoradio habe er dann zwei Tage später einem Freund geschenkt.

In den Wochen zuvor hatte sich der mehrfach vorbestrafte Autodieb offenbar versteckt gehalten - aus Angst vor Bekannten, denen er Geld schuldete. Er habe auf Berliner Bahnhöfen oder in S-Bahn-Waggons übernachtet. Am Mordtag will Jahn mehr als 0,7 Liter hochprozentigen Alkohol getrunken haben. Später habe er von der Suchaktion der Polizei erfahren, die tagelang hoffte, Ulrike lebend retten zu können. Auch die ver-zweifelten Appelle der Eltern an den mutmaßlichen Entführer waren ihm bekannt.

Offenbar hatte der als nicht pädophil geltende Mann die brutalen sexuellen Miss-handlungen vorsätzlich geplant: Bei der Tat hatte er mehrere Gleitmittel bei sich. Die Staatsanwaltschaft will auf "besondere Schwere der Schuld" plädieren und für Jahn, der die Tat wiederholt bedauert hat, Sicherungsverwahrung im Anschluss an die Haft fordern.