Deutscher Islamist hatte Kontakt zu Taliban-Büro - DER SPIEGEL
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Deutscher Islamist hatte Kontakt zu Taliban-Büro

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der 19-jährige Dennis J. aus Rödermark-Urberach bei Frankfurt am Main, der bis zum Wochenende in pakistanischer Haft saß, ist deutschen Ermittlungsbehörden offenbar schon länger bekannt als bisher angenommen. Bei der Durchsuchung eines Verbindungsbüros der afghanischen Taliban in Frankfurt am Main stießen Ermittler bereits Anfang des Jahres auf den jungen Mann. Damals leiteten sie gegen den deutschen Islamisten keine Ermittlungen ein. Gegen zwei weitere Mitarbeiter des Büros ermittelt die Staatsanwaltschaft Frankfurt wegen des Verdachts der Amtsanmaßung - sie sollen illegal Pässe ausgestellt haben.

Nun interessieren sich die Ermittlungsbehörden hier zu Lande für den jungen Deutschen. Sie erhoffen sich von ihm Aufschluss über die Terrorcamps in Afghanistan, von denen er möglicherweise eines besucht hat. Kurz nach den Anschlägen in New York und Washington war Dennis J. festgenommen worden, als er ohne Papiere von Afghanistan nach Pakistan einreisen wollte. Seitdem saß er dort in Haft. Für den späten Freitagabend war er auf einen aus Pakistan kommenden Flug nach Frankfurt gebucht.

Die Eltern des Jungen äußerten sich in einem Interview mit dem SPIEGEL besorgt über die streng islamische Lebensweise ihres Sohnes, der schon mit 14 begonnen habe, nach dem Koran zu leben. Etwa Ende März 2001 sei er nach Pakistan und anschließend nach Afghanistan aufgebrochen. "Ich wollte meinen Sohn lebend da heraus holen", erzählt die Mutter Ute J. Auf ihre Initiative hin habe er sich dann im September diesen Jahres zurück auf den Weg nach Pakistan gemacht. (DER SPIEGEL 42/01, Seite 36)