Gläubigerstreit um Swissair
Im Zusammenhang mit der Pleite der Swissair prüfen fast 60 Banken, allesamt Gläubiger der Fluggesellschaft, eine Klage gegen die Schweizer Institute Credit Suisse und UBS. Ihr Vorwurf: Die beiden Konkurrenten hätten sich "die Sahnestückchen" aus der Konkursmasse gesichert, indem sie die Tochtergesellschaft Crossair kauften und sich zugleich die Rechte an dem Namen Swissair sicherten.
"UBS und Credit Suisse könnten nun über die Crossair billig an die lukrativen Linien der Swissair kommen und in einem halben Jahr wieder das Label Swissair auf die Maschinen kleben", sagt ein Manager einer der betroffenen Banken. Günstiger als über einen Konkurs ließe sich die Sanierung nicht finanzieren und allein der Name der renommierten Fluggesellschaft sei sehr wertvoll. In einigen Jahren könne so wieder eine hochprofitable Firma entstehen, an der die anderen Gläubigerbanken nicht beteiligt sind. Sie fürchten, mit den verlustbringenden Unternehmensteilen aus der Konkursmasse abgespeist zu werden.
Die UBS, die die Mehrheit der Crossair-Anteile hält, prüft unterdessen, "ob mit der Benutzung des Namens Swissair rechtliche Unwägbarkeiten verbunden sind." Die UBS fürchtet, dass Schadensersatzansprüche auf eine neue Fluggesellschaft mit dem Namen Swissair zukommen könnten. (DER SPIEGEL 42/01, Trends)