Betrügerische Machenschaften bei der Speditionsfirma Fixemer
Die Saarbrücker Justiz ist einem groß angelegten Fall von Steuerhinterziehung und Sozialabgabenbetrug durch "Ausflaggung" einer LKW-Flotte auf die Spur gekommen. Das berichtet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der nächsten Ausgabe. Zwei geschäftsführende Gesellschafter und ein leitender Mitarbeiter der Speditionsfirma Fixemer in Perl sollen Fiskus und Sozialversicherung um fast 50 Millionen Mark geschädigt haben. Die Ermittlungsbehörde verdächtigt die in Untersuchungshaft sitzenden Manager des Branchenriesens, den Betrug planmäßig organisiert zu haben. Nach den bisherigen Ermittlungen wurde ein Großteil der rund tausend Fixemer-Fahrzeuge von angeblich selbständigen Fahrern in ehemaligen Sowjetrepubliken angemeldet, vor allem in Georgien und Aserbaidschan. Tatsächlich aber unterstehen sämtliche Transporter der Firmenzentrale im Saarland. Damit wäre in Deutschland Kfz-Steuer fällig gewesen. Allein dadurch sollen den Finanzämtern rund 20 Millionen Mark vorenthalten worden sein.
Rund zwei Millionen Mark sparten die Spediteure widerrechtlich, weil die Fahrer nicht sozialversichert waren. Außerdem soll die Firma Umsatzsteuer in Höhe von 15 Millio-nen hinterzogen haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt auch wegen Korruption: Für gefälschte Transport- und Zulassungspapiere habe ein hochrangiger Mitarbeiter eines aserbaidschanischen Staatsunternehmens 250000 Dollar erhalten. Ein Mitarbeiter des georgischen Verkehrsministeriums soll mindestens eine halbe Million Dollar kassiert haben. Fixemer hat seine Verteidiger beauftragt, die Haftbefehle zu prüfen. (DER SPIEGEL 43/01, Panorama Deutschland)