Problemfall Diepgen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Problemfall Diepgen

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

In der CDU regt sich nun auch öffentlich der Unmut über den früheren Regierenden Bürgermeister von Berlin, Eberhard Diepgen. Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL meldet, erwägt Diepgen, dem Parteifreunde einen beträchtlichen Anteil am Wahldebakel der Christdemokraten in der Hauptstadt zuschreiben, für den nächsten Bundestag zu kandidieren. Dabei würde der 59-Jährige, der wie kaum ein anderer CDU-Politiker den alten West-Berliner Filz verkörpert, wohl ausgerechnet den ostdeutschen Bürgerrechtler und Fraktionsvize Günter Nooke aus dessen Wahlkreis in Berlin-Mitte verdrängen - was nach internem Rumoren inzwischen offene Kritik in Partei und Bundestagsfraktion hervorruft. "Ein Wegloben oder Befördern in den Bundestag sollte es nicht geben", moniert etwa der Bundestagsabgeordnete Hartmut Büttner aus Sachsen-Anhalt. Politiker müssten wissen, "wann sie aufhören sollten". Angesichts der Schwäche der CDU im Osten Deutschlands wäre es "schlimm und nicht gerechtfertigt", so Büttner, "wenn ein profilierter Politiker wie Nooke verdrängt würde". Immer mehr CDU-Politiker bedrängen die Vorsitzende Angela Merkel, Diepgen zu stoppen. Im Umfeld der Parteichefin aus dem Osten heißt es, Merkel habe "das Problem registriert".