Weitere Ermittlungen im Cottbuser Geldwäsche-Skandal
Vereinsfunktionäre des Fußball-Bundesligisten Energie Cottbus haben womöglich durch unkorrekte Abrechnungen von Trainingslagern im arabischen Emirat Dubai Gelder des Clubs veruntreut, laut der neuen Ausgabe des SPIEGEL. Auch wegen dieses Verdachts ermittelt die Staatsanwaltschaft Cottbus gegen Energie-Präsident Dieter Krein und Geschäftsführer Klaus Stabach. Angeführt von acht Staatsanwälten hatten rund 40 Ermittler in der vergangenen Woche fast 20 Büros und Wohnungen durchsucht.
Ursprünglicher Anlass für die Ermittlungen waren Unregelmäßigkeiten beim Transfer des Spielers Kevin McKenna. Ein Basler Spieler-Vermittler hatte Stabach angezeigt, weil der Cottbus-Manager während eines Treffens am Stuttgarter Flughafen für den Verkauf des Profis nach Schottland angeblich 300.000 Mark für sich verlangt hatte. Als er ablehnte, klagt der Schweizer, sei der Wechsel mit anderen Agenten über Peru abgewickelt worden. Weil die Staatsanwaltschaft dabei Hinweise für persönliche Bereicherung fand, will sie nun rund drei Dutzend weitere Spielertransfers des Clubs seit 1997 untersuchen.
Im Visier haben die Ermittler auch vier Trainingslager von Energie Cottbus in Dubai; bei ersten Überprüfungen stießen die Fahnder bereits auf Unregelmäßigkeiten. Andere Bundesliga-Vereine sollen Trainingslager außerhalb Europas schon unter anderem zur Geldwäsche genutzt haben. Krein und Stabach bestreiten alle Vorwürfe.