Augsburger Staatsanwaltschaft bremste Ermittler in Leuna-Affäre - DER SPIEGEL
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Augsburger Staatsanwaltschaft bremste Ermittler in Leuna-Affäre

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die bayerische Justizspitze hat im vergangenen Jahr offenbar massiv versucht, ein eigenes Ermittlungsverfahren in der Leuna-Affäre zu vermeiden.

Wie DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe berichtet, geht aus einem internen Vermerk der Augsburger Staatsanwaltschaft hervor, dass bayerische Ermittler bei einer geplanten Vernehmung des Leuna-Lobbyisten Dieter Holzer in Paris mögliche Aussagen zu den Schmiergeldvorwürfen ignorieren sollten. Die Vernehmung platzte, weil Holzer in Frankreich eine Festnahme befürchtete. Vorsorglich jedoch wurden die Augsburger Fahnder laut Vermerk von einem Mitarbeiter des Generalstaatsanwalts in München angewiesen, keine Hinweise auf die Affäre in den Bericht über das vorgesehene Verhör aufzunehmen.

Da in Augsburg kein Verfahren in Sachen Leuna geführt werde, so der Ukas, dürften keine Leuna-Bezüge erscheinen, ebenso wenig Hinweise auf beabsichtigte Gespräche der Augsburger Ermittler mit der Staatsanwaltschaft Saarbrücken über den Fall. Von Interesse sei Holzers Einlassung nur mit Blick auf die Ermittlungen gegen Max Strauß wegen Geldwäsche.