Fischer verhindert Berufung Voscheraus zum EU-Sonderkoordinator - DER SPIEGEL
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Fischer verhindert Berufung Voscheraus zum EU-Sonderkoordinator

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Mit seinem Veto gegen die Nominierung des früheren Hamburger Bürgermeisters Henning Voscherau hat Bundesaußenminister Joschka Fischer verhindert, dass nach dem Ausscheiden Bodo Hombachs zum Jahresende der Posten des EU-Sonderkoordinators für den Balkan-Stabilitätspakt erneut mit einem Deutschen besetzt wird.

Voscheraus Chancen, so berichtet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL, standen gut, nachdem sich die Franzosen intern auf keinen eigenen Bewerber einigen konnten. Paris hatte Bundeskanzler Schröder die abermalige Unterstützung eines deutschen Kandidaten in Aussicht gestellt. Dafür hatte das Kanzleramt den Sozialdemokraten Voscherau wegen dessen administrativer Erfahrung, Weltläufigkeit und Vielsprachigkeit auserkoren.

Doch der grüne Chefdiplomat blockierte. Fischer ließ wissen, er sei mit einem Kandidaten Voscherau "gar nicht glücklich", weil der seinerzeit die Nato-Militärintervention im Kosovo abgelehnt hatte. Hamburgs Ex-Bürgermeister hatte im April 1999 die Luftangriffe gegen Jugoslawien als Verstoß gegen das Völkerrecht kritisiert. Nach Bekanntwerden von Fischers Einwänden nahm Voscherau von einer Kandidatur Abstand.

Nachfolger von Hombach, der Anfang 2002 in die Geschäftsführung des WAZ-Medienkonzerns eintritt, dürfte nun wohl ein Italiener oder Österreicher werden.