Bayern-Trainer Hitzfeld über die Nationalmannschaft, nötige Reformen der Bundesliga und seine eigene Zukunft
Im SPIEGEL-Interview fordert Hitzfeld "mit Blick auf die WM 2006 einen neuen Solidarpakt der Bundesligavereine" zur Förderung des Nachwuchses: "Von der nächsten Saison an sollten im 18-Mann-Aufgebot für jedes Spiel mindestens 9 Deutsche stehen." Schließlich solle nach der WM-Qualifikation "bloß keiner denken, man brauche nichts mehr zu tun". Deshalb habe der FC Bayern ja auch das Ziel, "in Zukunft möglichst viele Deutsche zu verpflichten".
Die Probleme der Nationalelf seien "das Ergebnis einer fatalen Entwicklung. Wir haben doch zehn Jahre lang im taktischen Bereich vieles verschlafen". Die Kritik, die in den letzten Wochen an der Nationalmannschaft geübt wurde, müsse von den Betroffenen hingenommen werden: "Unsere Spieler von Bayern München wissen, dass sie durch ein Stahlbad der Gefühle gehen müssen. Dass sie es selbst in der Hand haben, die veröffentlichte Meinung durch ihre Leistung zu beeinflussen. Wenn die Leistung nicht stimmt, müssen sie mit Häme und Spott leben. Das macht sie dann noch härter."
Auch Teamchef Rudi Völler empfiehlt Hitzfeld im SPIEGEL-Interview ein dickeres Fell: "Rudi Völler muss auch mal kleine Stürme über sich ergehen lassen." Über seine eigene Zukunft als möglicher Bundestrainer gibt sich Hitzfeld reserviert. "Mir ist es fast peinlich, wenn ich immer als Wunschkandidat gehandelt werde." Schon aus Selbstschutz denke er nur ans nächste Spiel, "vielleicht gerade noch ans nächste Jahr". Hitzfeld, der beim FC Bayern noch bis 2004 unter Vertrag steht, hält deshalb sogar einen vorzeitigen Rücktritt vom Trainerjob für möglich: "Der Druck ist immens. Vielleicht will man einfach mal nur Mensch sein - oder eine Auszeit nehmen."