Gewaltanwendung bei Abschiebung - DER SPIEGEL
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Gewaltanwendung bei Abschiebung

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Immer mehr deutet darauf hin, dass der Tod des sudanesischen Asylbewerbers Aamir Ageeb bei seiner Abschiebung im Mai 1999 auf ein Versagen des Bundesgrenzschutzes (BGS) zurückgeht. Laut Bundeskriminalamt wurde der renitente Ageeb für den Flug nach Khartum mit insgesamt elf Plastikfesseln, vier Klettbändern und einem 4,90 Meter langen Seil verschnürt.

Mit drei Plastikfesseln waren die Füße, mit zwei weiteren die Knie zusammengebunden. Ein Klettband und das Seil fixierten die Beine am Sitz, zwei Plastikfesseln und ein Klettband die Handgelenke, vier Fesseln plus Klettband zurrten die Oberarme an den Körper. Zudem war Ageeb an den Sitz gebunden. Weil er sich weiter wehrte, drückten die BGS-Begleiter seinen Oberkörper auf die Schenkel. Ein rechtsmedizinisches Gutachten sieht "gravierende" Anzeichen für ein Ersticken. Auch die Art der Fesselung habe - im Gegensatz zu dem Motorradhelm, den Ageeb zusätzlich trug - die Atmung behindert.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt entscheidet demnächst über eine Anklage gegen beteiligte BGS-Beamte.