Bundesanwaltschaft weitet Terrorismus-Ermittlungen aus - DER SPIEGEL
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Bundesanwaltschaft weitet Terrorismus-Ermittlungen aus

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Bundesanwaltschaft hat ihre Ermittlungen nach den Attentaten des 11. September noch einmal ausgeweitet. Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe berichtet, wird inzwischen gegen zehn Personen wegen des Verdachts der Mitgliedschaft oder Unterstützung einer terroristischen Vereinigung ermittelt. Unter ihnen, so das Blatt, sei auch ein Deutsch-Syrer, der sich nach Erkenntnissen der Fahnder damit rühmt, selbst in Afghanistan gekämpft zu haben.

Zudem gebe es eine neue Spur zu dem per Haftbefehl gesuchten Deutsch-Marrokaner Said Bahaji: Dieser ist nach Zeugenaussagen in einem Camp Osama Bin Ladens bei Kabul gesehen worden. Als wahrscheinlich, so der SPIEGEL, gelte jetzt, dass er sich gemeinsam mit den al-Qaida-Kämpfern versteckt halte.

Wie das Nachrichten-Magazin weiter schreibt sind im Rahmen der Ermittlungen inzwischen zahlreiche Belege gefunden worden, die auf eine enge Verbindung der Hamburger Zelle zur Bin-Laden-Organisation hindeuten. Die US-Behörden haben die Deutschen darüber informiert, dass die beiden Todespiloten Mohammed Atta und Marwan al-Shehhi 1999 in einem Gästehaus der al-Qaida-Organisation in Kandahar gewesen seien. Zudem seien bei Wohnungsdurchsuchungen in Hamburg fotokopierte Kampfaufrufe Bin Ladens und Bücher über den "Heiligen Krieg" gefunden worden. Ihre einstige Wohngemeinschaft im Stadtteil Harburg hätten die Terroristen nach Vorbild eines Gästehauses Bin Ladens im pakistanischen Peschawar "Beit al-Ansar" - "Haus der Unterstützer" - getauft.

Bei weiteren Ermittlungen seien die Fahnder zudem auf Unterlagen der Gruppe gestoßen. In diesen Notizen schreibt der Todespilot Ziad Jarrah laut SPIEGEL: "Der Morgen wird kommen. Die Sieger werden kommen. Wir schwören wir werden euch besiegen. Die Erde wird unter Euren Füßen beben." Und an einer anderen Stelle heißt es: "Ich bin zu euch gekommen mit Männern, die den Tod lieben, genauso wir ihr das Leben liebt. Aber die Ungläubigen die werden getötet."

(DER SPIEGEL 48/2001, Seite 40)